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Blick von einem
hypothetischen Mond um den
neu entdeckten Planeten auf
die drei Sonnen des Systems.
(Bild: NASA / JPL-Caltech) |
Planet der drei Sonnen
Amerikanische Astronomen haben einen Gasriesen in einem engen
Dreifach-Sternsystem aufgespürt. Nach der aktuellen Theorie dürfte der dort
eigentlich gar nicht existieren.
Amerikanische Astronomen haben einen Planeten in einem 149 Lichtjahre entfernten
Dreifach-System aufgespürt. Damit gelang es zum ersten Mal, eine ferne Welt auch
in einem recht engen Mehrfach-System nachzuweisen. Doch es gibt ein Problem: Die
Existenz des Gasriesen in unmittelbarer Nähe der einen Sonne lässt sich mit der
bisherigen Theorie über die Entstehung von Riesenplaneten nicht erklären.
Drei Sterne auf engstem Raum
"Am Himmel dieses Planeten würden sich zuweilen
spektakuläre Dinge abspielen, etwa ein Dreifach-Sonnenuntergang", erläutert Dr.
Maciej Konacki vom California Institute of Technology in Pasadena, der den
Planeten mit Hilfe des Keck I-Teleskops auf Hawaii gefunden hat. "Bislang wusste
man nicht, ob Planeten wirklich in einem solch komplexen System entstehen
können." Und auch sein Kollege Dr. Shri Kulkarni unterstreicht die Bedeutung
des Fundes: "Das ist eine gute Nachricht für alle Planeten. Sie können offenbar
in recht unwirklichen Systemen existieren, die bislang weitgehend unerforscht
geblieben sind."
Nach Ansicht von Astronomen sind Mehrfach-Sternensysteme
recht häufig: Rund jeder zweite Stern im Universum sollte zu einem
Mehrfachsystem gehören. Und auch bei unserem nächsten Nachbarn, dem Stern Alpha
Centauri, handelt es sich um ein Dreifach-System. "Mehrfach-Systeme waren aber
bislang bei Planetenjägern nicht sonderlich beliebt", erläutert Konacki, "sie
sind nämlich recht schwer zu beobachten und man nahm außerdem an, dass sich in
solchen Systemen kaum Planeten bilden können."
Der jetzt entdeckte Planet gehört zu einer häufigen Klasse
von Exoplaneten, den so genannten "Heißen Jupitern". Es handelt sich dabei um
Gasriesen, die ihren Zentralstern in äußerster Nähe und damit sehr schnell
umrunden. Der neu entdeckte Planet benötigt für eine Umrundung seiner Sonne nur
3,3 Tage. Die beiden anderen Komponenten des Dreifach-Systems umrunden den
Zentralstern alle 25,7 Jahre und drehen sich alle 156 Tage einmal umeinander.
Dies alles spielt sich auf kleinstem Raum ab: Die beiden umeinander kreisenden
Sonnen würden sich in unserem Sonnensystem etwa dort befinden, wo der Ringplanet
Saturn um die Sonne kreist.
Wie entstehen Heiße Jupiter?
Der Fund bringt aber eine Theorie über die Entstehung der
"Heißen Jupiter" durcheinander: Astronomen hatten nämlich bislang angenommen,
dass diese Gasriesen in weiter Entfernung von ihrer Sonne entstehen und dann
langsam immer näher an das Zentralgestirn wandern. Aber "in diesem engen System,
wäre weiter draußen einfach kein Platz mehr, für die Entstehung eines
Gasriesen", so Konacki. Astronomen haben bis heute Planeten in rund 20
Doppelsternsystemen und einen weiteren in einem Dreifach-System entdeckt.
Allerdings waren die Entfernungen zwischen den Partnern in all diesen Systemen
erheblich größer als in dem jetzt aufgespürten.
Forscher entdecken Planeten um ferne Sonnen, in dem sie
nach einem Wackeln eines Sterns suchen, das von einem umlaufenden Planeten
erzeugt wird, dessen Anziehungskraft bei einem Umlauf um die Sonne quasi an
dieser zieht. Das Verfahren ist besonders geeignet, um recht massereiche
Planeten zu finden, die ihrer Sonnen relativ nah sind. Dann ist nämlich das
Wackeln am größten. In engen Doppel- und Dreifachsystemen ist die Sache
schwieriger, weil hier die einzelnen Komponenten nicht aufgelöst werden können,
das Licht der Sterne sich also vermischt.
Konacki hat nun durch detaillierte Modelle der
Mehrfach-Systeme dieses Problem zu umgehen versucht. Es bestimmte so, welches
Licht von welchem Stern kommt. Dadurch gelang es jetzt, den Planeten um HD
188753 nachzuweisen. Der Stern ist rund 149 Lichtjahre von der Erde entfernt und
war der einzige von 20 bislang untersuchten Systemen, in denen Konacki
tatsächlich einen Planeten entdecken konnte. Die Masse der drei Sonnen von HD
188753 entspricht in etwa der unserer Sonne, einige sind etwas masseärmer. Der
Planet ist etwas massereicher als Jupiter.
Erschienen bei: freenet.de am 19. Juli 2005 |
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