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Eckernförder Altstadt.
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Eckernförder Gänge
In der Eckernförder Altstadt, die bekannt ist für kleine
malerische Gassen, sind fast nur Straßen zu finden, die nach Personen benannt
sind: Schnittersgang, Sauersgang, Krayenbergsgang, Bredenbeksgang und Haßgang.
Doch in keinem Lexikon und keiner Heimatgeschichte wird man die Namen dieser
Herren wiederfinden, denn, so schrieb der Heimatforscher Willers Jessen 1906,
"wenn man aber annimmt, dass diese Personen ihrer großen Verdienste wegen die
Ehre haben, einer Straße den Namen zu geben, ist man auf dem Holzweg."
Der Grund für die Benennung war ein ganz einfacher und ungemein praktischer: Die
namensgebende Person wohnte in der entsprechenden Straße und war allgemein
bekannt. Meist wurden die Gänge nach dem Bewohner des Eckhauses benannt. So gab
der Landmann Haß dem Haßgang den Namen, der Tischler Bredenbek dem
Bredensbeksgang und Major von Schnitter dem Schnittersgang. Natürlich hatte
diese Art der Namensgebung einen Nachteil: Wenn jemand anderes in das Eckhaus
einzog, mußte auch der Straßenname geändert werden. So wechselten die Gänge mehr
oder weniger regelmäßig ihre Namen - wenn sie nicht gerade nach dauerhaften
Einrichtungen wie beispielsweise dem Pastorat benannt wurden. Für diese
Namenswechsel gibt es zahlreiche Belege: So hieß der Sauersgang früher
Tiedesgang - nach dem Gastwirt im Eckhaus. Der Tischler Leise gab früher dem
Krayenbergsgang den Namen und der Hafengang hieß früher fast poetisch
Bong-Schmidt-Gang, nach dem Polizeimeister Bong-Schmidt. Aber auch der
schlichtere Name Polizeimeistergang soll vorgekommen sein.
Viele Gangnamen wurden im Laufe der Zeit durch "normale" Straßennamen ersetzt.
Der Schulweg wurde jedoch auch in diesem Jahrhundert noch zuweilen Dehnsgang
genannt, der 2. Steg am Hafen hieß früher Hoffmannsgang und die Gasstraße
Christiansengang. Es dürfte niemanden verwundern, daß die Namensgeber aller
Gänge Männer waren. Nur eine Straße macht eine Ausnahme, obwohl die Namensgebung
recht wahrscheinlich aus den gleichen Gründen erfolgte wie bei den Gängen. Und
diese Ausnahme hat zum Glück überlebt - was wäre Eckernförde auch ohne die
Frau-Clara-Straße? |
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